27
Jun

Farmer trifft Forschung

Effektivität organischer und inorganischer Mulche in der Konservierung von Bodenfeuchtigkeit

IMG_0668Mohamed Salumu ist ein Bachelor-Student in Agrarwissenschaften im dritten Jahr an der Sokoine Landwirtschaftsuniversität (SUA). Für den Abschluss seines Studiums führt er momentan ein Forschungsprojekt auf der SUA Farm durch, in dem er die Effektivität organischer und inorganischer Mulche in der Konservierung von Bodenfeuchtigkeit untersucht. Das Forschungsprojekt erstreckt sich über einen Zeitraum von insgesamt sieben Monaten und umfasst unter anderem die Bereitung des Ackers, die Anwendung der Mulchen sowie Datensammlung und Datenanalyse. In 12 Saatbeeten von je 20m², die sich in vier verschiedene Behandlungen und je drei Replikationen unterteilen, pflanzte Mohamed Mais an. Die verschiedenen Mulch-Materialen sind folgende: Reishülsen und Mbagalala-Gräser als organische Mulche, schwarze Plastikblache als inorganischer Mulch und ein Kontrollbeet ohne Mulch. Mulche verhindern, dass der Boden Feuchtigkeit durch Verdunstung verliert und sorgen dafür, dass Bewässerung und Regen besser aufgenommen werden kann. Während sich inorganischer Mulch nicht zersetzt und deshalb weniger Arbeit erfordert, enthält organischer Mulch Nährstoffe und verbessert zudem die Bodenstruktur. Weitere potentielle Vorteile durch den Gebrauch von organischem Mulch sind Unkrautbekämpfung, reduzierte Bodenerosion, die Erhaltung der optimalen Bodentemperatur und erhöhte Nährstoffgehalte im Boden.

 

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Basierend auf der Analyse seiner Daten empfiehlt Mohamed Kleinbäuerinnen und Kleinbauern IMG_0659Mbagalala-Gräser oder Reishülsen als Mulch zu verwenden. Dies aus dem Grund, dass sie kostengünstige Alternativen zu inorganischen Materialien sind und sich in ihrer Performanz von letzteren nicht signifikant unterscheiden. Beträgt zum Beispiel die Erhaltung der Bodenfeuchtigkeit des Nylon-Mulch 20.33%, ist die der Reishülsen 20.27% und die der Gräser 19.54%. Bei der Anwendung von organischen Mulchen sei allerdings zu beachten, dass zum Beispiel starker Regen eine wiederholte Anwendung nötig machen würden, da die Zersetzung dadurch verschnellert würde oder Reishülsen fortgewaschen werden. Mohamed ist überzeugt, dass seine Resultate nicht nur seiner eigenen Familie, die auch Landwirtschaft betreibt, sondern auch Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in der Region Morogoro und darüber hinaus, helfen wird. „Es ist wichtig, sie mit Wissen und Fertigkeiten über effektive und gleichzeitig verfügbare und bezahlbare Mulch-Materialien, die umweltfreundlich sind, auszustatten.“ Durch seine Teilnahme am Workshop for Participatory Research Design (WPRD), der von SAT organisiert wurde, hat er über das unter Bäuerinnen und Bauern verbreitete Problem gelernt, Bodenfeuchtigkeit zu erhalten. Deshalb hat er sich dazu entschieden, dieses Problem durch wissenschaftliche Forschung anzugehen. Diese Art von  Zusammenarbeit zwischen Forschung und Bäuerinnen und Bauern ist es, was das volle Potential von partizipativer biologischer Landwirtschaft ausmacht!

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