{"id":7212,"date":"2016-04-04T12:04:58","date_gmt":"2016-04-04T10:04:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nlo.at\/stage\/?p=7212"},"modified":"2016-04-04T12:25:25","modified_gmt":"2016-04-04T10:25:25","slug":"5-zimmer-kueche-bad","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nlo.at\/stage\/5-zimmer-kueche-bad\/","title":{"rendered":"5 Zimmer, K\u00fcche, Bad"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-7212\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-7212-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-7212-0-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-7212-0-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"textwidget\"><p><span class=\"\" style=\"display:block;clear:both;height: 0px;padding-top: 35px;border-top-width:0px;border-bottom-width:0px;\"><\/span><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-7212-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-7212-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-7212-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><h2 style=\"text-align: center;\">Erfolgsgeschichte I \u2013 Towelo\/Ruvuma<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich m\u00f6chte Sie gerne mit auf eine kleine Reise nehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser Weg f\u00fchrt uns in eine gebirgige Region Tansanias - Steile H\u00e4nge, blanke Felsen und extreme Wetterschwankungen. Der geeignete Ort also um Landwirtschaft zu betreiben, insofern man auf Herausforderungen steht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer hier erfolgreich sein will, braucht, wie es scheint, eine sehr gesunde Einstellug zum Leben und zu dem, was der Mensch zu leisten im Stande ist. Der Weg f\u00fchrt uns die Uluguru-Berge hinauf. Auf einer holprigen, nackten\u00a0 ungeteerten Stra\u00dfe bewegen wir uns vorw\u00e4rts. Wir kommen an einfachen H\u00e4usern vorbei, deren Bauplatz in die Bergh\u00e4nge gesch\u00e4lt wurden. Viele Maispflanzen, die ebenfalls in mehr senkrecht als waagerechte liegenden Feldern wachsen, sind zu sehen. Nach einer halbst\u00fcndigen Fahrt, die das Wort ruhig und bequem nicht zu kennen scheint, erreichen wir schlie\u00dflich ein Dorf im Herzen der Uluguru-Berge in Morogoro, Tansania. Die Menschen wirken gesch\u00e4ftig aber entspannt. Am Wegrand wird aus einem Plastikeimer Fettgebackenes angeboten, sehr gut - ist ja auch gerade Fr\u00fchst\u00fcckszeit. Die Dorfbewohner sind \u201ewei\u00dfe\u201c G\u00e4ste gewohnt und ihnen sehr freundlich gegen\u00fcber eingestellt. So eine Geschichte weckt nat\u00fcrlich Interesse, weshalb sich immer mehr \u201eTouristen\u201c in dieses kleine Bergdorf verirren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.nlo.at\/stage\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Ruvuma-6.jpg\" rel=\"attachment wp-att-7214\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-7214 size-small-grid-size\" src=\"http:\/\/www.nlo.at\/stage\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Ruvuma-6-400x300.jpg\" alt=\"Ruvuma 6\" width=\"400\" height=\"300\" \/><\/a>Hadija Kibwana eine sehr gastfreundliche Frau mittleren Alters, in bunten Wickelt\u00fcchern geh\u00fcllt ist die Vorsitzende der Bauerngruppe in Towelo. Sie empf\u00e4ngt uns in ihrem zu Hause. Nach einer Weile taucht ein Mann in dreckigen Klamotten und Gummistiefeln auf, die nicht mehr wirklich den Sinn und Zweck ihrer eigentlichen Anschaffung erf\u00fcllen, die Kappe mit der verwaschenen Aufschrift <em>SAT<\/em> tief ins Gesicht gezogen. Er entpuppt sich aber schnell als derjenige, den nicht nur wir, sondern beinahe alle G\u00e4ste, die hierherkommen suchen. Pius Paulini, anfang 50, 4 Kinder, Bergbauer aus Towelo, mehr braucht man vorerst nicht zu wissen. Denn der Mann hat etwas ganz anderes zu erz\u00e4hlen, eine Geschichte, die sich im vorbeigehen wie eine kleine utopische Tr\u00e4umerei anh\u00f6rt, sich bei genauerer Betrachtung aber als eine w\u00fcnschenswerte Zukunft f\u00fcr alle Kleinbauern und B\u00e4uerinnen in Tansania und dar\u00fcber hinaus offenbart.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie Zeiten, in denen wir noch syntetischen D\u00fcnger und giftige Spritzmittel verwendet haben, waren hart, das Geld war knapp, die Kosten aber hoch, das Geld f\u00fcr die Schule musste geliehen werden und in den L\u00e4den musste angeschrieben werden, um \u00fcberhaupt \u00fcber die Runden zu kommen. \u00dcber die Landwirtschaft konnte kein Gewinn erwirtschaftet werden, deshalb musste teilweise auch noch andere Arbeiten nachgegangen werden, um ein bisschen Geld nebenbei dazu zu verdienen\u201c, erinnert sich die Vorsitzende der Bauerngruppe aus Towelo. K\u00fcnstlicher D\u00fcnger kostet ca. 2.500Tsh (1.20\u20ac) je kg in Tanzania, dies bedeutet f\u00fcr einen Bauern wie Pius Paulini j\u00e4hrlich 250.000Tsh aufbringen zu m\u00fcssen, um \u00fcberhaupt Landwirtschaft betreiben zu k\u00f6nnen. Dazu kamen die chemischen Spritzmittel mit 45.000Tsh., zusammen ein Betrag, der erst einmal neben den allt\u00e4glichen Kosten angespart werden muss. F\u00fcr einen Kleinbauern wie Pius Paulini bedeutete das , von den 2,00\u20ac, welche er zur damaligen Zeit t\u00e4glich zur Verf\u00fcgung hatte, etwas auf die Seite legen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2009 wurde man schlie\u00dflich auf die Orga<a href=\"http:\/\/www.nlo.at\/stage\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Ruvuma-1.jpg\" rel=\"attachment wp-att-7215\"><img decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-7215 size-small-grid-size\" src=\"http:\/\/www.nlo.at\/stage\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Ruvuma-1-400x300.jpg\" alt=\"Ruvuma 1\" width=\"400\" height=\"300\" \/><\/a>nisation Sustainable Agriculture Tanzania (SAT) aufmerksam. Man beschlo\u00df eine Bauerngruppe in Towelo zu gr\u00fcnden und sich in biologischer Landwirtschaft ausbilden zu lassen. 2010 wurde dann der erste Demonstrationsgarten angelegt und damit begonnen Terrassen zu graben, Kompost herzustellen und n\u00fctzliche Pflanzen und B\u00e4ume zu kultivieren. Nur ein Jahr sp\u00e4ter war man bereits so weit, dass viele Bauern und B\u00e4uerinnen der Gruppe ihr Wissen auf ihren eigenen Feldern zur Anwendung zu bringen. Die Gruppenmitglieder halfen sich bei der Umstellung gegenseitig und fingen gemeinsam an Terrassen auf den steilen Bergh\u00e4ngen anzulegen. \u201eDer Erfolg war sofort sichtbar, schon alleine deswegen, dass sich durch das Weglassen der synthetischen Gifte die Gesundheit vieler Gruppenmitglieder verbesserte und die Kinder nicht mehr so oft krank waren. Nach ungef\u00e4hr 2 weiteren Jahren konnte auch deutliche Ertragssteigerungen erzielt werden, was wiederum positive Auswirkung auf unser Einkommen hatte\u201c, erz\u00e4hlt Pius. Auf einem \u00bd Hektar konnte man damals nicht mehr als 15 S\u00e4cke an Mais ernten, heute seien es je nach Wetterlage 20-25 S\u00e4cke, und das Dank <em>kilimo hai<\/em> (biologische Landwirtschaft).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit offensichtlicher Vorfreude f\u00fchrt uns Pius einen kleinen Weg weiter in den Berg hinein. Nach wenigen Minuten stehen wir vor hohen Mauern. Diese geh\u00f6ren zu einem sich gerade im Bau befindlichen Hauses, dessen Gr\u00f6\u00dfe hier auf dem Berg wohl einmalig ist. Wir erhalten eine kleine F\u00fchrung und werden vom Hausherrn sichtlich Stolz durch den Rohbau gef\u00fchrt. Im gesamten 5 Zimmer und Bad. \u201eDas Geld f\u00fcr die Baumaterialien hatte ich nach einem Jahr zusammen, neben den sonstigen Ausgaben des Alltags versteht sich\u201c, f\u00fcgt Herr Paulini an.\u00a0 \u201eDen Sand f\u00fcr mein neues Haus habe ich selber vom Fluss hierhergetragen, jeden Tag so 10 -15 Eimer und dann ab aufs Feld.\u201c Auf die Frage wie weit denn die Stelle entfernt sei, von wo man den Sand gewinnen k\u00f6nne, wird mir mit einem schon fast h\u00e4mischen Lachen der Beiden geantwortet. Pius zeigt in den Berg hinein und sagt nur: \u201eDa oben\u201c. Bei solchem Arbeitseifer \u00fcberrascht es nicht, dass der Bergbauer eine sehr gesunde Einstellung zur k\u00f6rperlichen Bet\u00e4tigungen, vor allem der landwirtschaftlichen, besitzt.\u00a0 \u201eBequem-lichkeit bringt letztendlich gro\u00dfen Schaden, harte Arbeit dagegen tr\u00e4gt Fr\u00fcchte. Viele Bauern und B\u00e4uerinnen benutzen k\u00fcnstlichen D\u00fcnger aus reiner Bequemlichkeit, biologische Landwirtschaft bedeutet viel Arbeit, aber sie lohnt sich, schauen sie mich an, wie sich mein Leben zum positiven hin ver\u00e4ndert hat.\u201c Dem ist tats\u00e4chlich nichts mehr hinzuzuf\u00fcgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.nlo.at\/stage\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Ruvuma-2.jpg\" rel=\"attachment wp-att-7216\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-7216 size-small-grid-size\" src=\"http:\/\/www.nlo.at\/stage\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Ruvuma-2-400x300.jpg\" alt=\"Ruvuma 2\" width=\"400\" height=\"300\" \/><\/a>Aber auch Hadija Kibwana hat gro\u00dfe Pl\u00e4ne. Sie hat bereits die Ziegel zusammen, welche f\u00fcr den Bau ihres eigenen Hauses, das ist ihr sehr wichtig zu betonen, ben\u00f6tigt werden. Denn bislang wohnt sie noch in einer angemieteten Wohnung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWir haben SAT viel zu verdanken, denn sie haben uns dies alles erst erm\u00f6glicht und haben uns sozusagen die Freiheit\/Unabh\u00e4ngigkeit wieder gebracht\u201c, sagen beide fasst einstimmig. Auch dem ist, wie es scheint, nichts mehr hinzuzuf\u00fcgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den R\u00fcckweg unserer kleinen Reise trete ich irgendwie ver\u00e4ndert an, ein gewisser Stolz und Zufriedenheit beschleicht mich, als ich den abenteuerlichen Weg zur\u00fcck in Richtung Stadt antrete. \u201eWenn es doch in Towelo, in einer f\u00fcr Menschen schwierigen Umgebung m\u00f6glich ist, zur\u00fcck zur nat\u00fcrlichen Landwirtschaft zu finden und daneben nachhaltig die eigene Umwelt zu erhalten und zu f\u00f6rdern,\u201c denke ich mir, \u201edann muss es doch \u00fcberall m\u00f6glich sein wieder gesunde Lebensmittel produzieren zu k\u00f6nnen.\u201c Vorausgesetzt ein bisschen Pius steckt in jedem von uns.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erfolgsgeschichte I \u2013 Towelo\/Ruvuma\u00a0Ich m\u00f6chte Sie gerne mit auf eine kleine Reise nehmen.Unser Weg f\u00fchrt uns in eine gebirgige Region Tansanias &#8211; Steile H\u00e4nge, blanke Felsen und extreme Wetterschwankungen. 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