{"id":7300,"date":"2016-06-27T09:14:09","date_gmt":"2016-06-27T07:14:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nlo.at\/stage\/?p=7300"},"modified":"2016-06-28T10:13:45","modified_gmt":"2016-06-28T08:13:45","slug":"vitamin-a-mangel-an-der-wurzel-packen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nlo.at\/stage\/vitamin-a-mangel-an-der-wurzel-packen\/","title":{"rendered":"Vitamin A &#8211; Mangel an der Wurzel packen"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-7300\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-7300-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-7300-0-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-7300-0-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><div class=\"textwidget\"><p><span class=\"\" style=\"display:block;clear:both;height: 0px;padding-top: 30px;border-top-width:0px;border-bottom-width:0px;\"><\/span><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><div id=\"pg-7300-1\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-7300-1-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-7300-1-0-0\" class=\"so-panel widget widget_black-studio-tinymce widget_black_studio_tinymce panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"1\" ><div class=\"textwidget\"><p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber die Jahrzehnte wurde von vielen Akteuren schon so einiges versucht, um Vitamin A-Mangel (VAM) in Tansania zu mindern und schliesslich auszumerzen. Erste Bem\u00fchungen wurden im Jahr 1987 unternommen, als Kindern in medizinischer Versorgung, die unter durch VAM bedingten Krankheiten litten, Vitaminzus\u00e4tze dieses N\u00e4hrstoffes verabreicht wurde (Masanja et al. 2006). Seit diesem Zeitpunkt ist nichts unversucht geblieben. Vitamin A Supplementation (VAS) wurde in die Routineuntersuchungen f\u00fcr Frauen nach der Geburt, sowie f\u00fcr Kinder im Alter von 9 Monaten in Verbindung mit der Masernimpfung, integriert. Im Jahr 2001 f\u00fchrte UNICEF landesweit halbj\u00e4hrliche VAS f\u00fcr Kinder von 6 bis 59 Monaten ein, was von einer Kampagne begleitet wurde, u<a href=\"http:\/\/www.nlo.at\/stage\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/th4.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-7304 size-medium\" src=\"http:\/\/www.nlo.at\/stage\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/th4-300x199.jpg\" alt=\"th4\" width=\"300\" height=\"199\" \/><\/a>m die \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr das weitverbreitete Problem zu sensibilisieren. Diese halbj\u00e4hrliche Versorgung mit Vitamin A wird auch heute noch durchgef\u00fchrt (Masanja et al. 2006). Nicht zuletzt gibt es ausserdem seit 1990 Versuche, sogenannten \u201eGoldenen Reis\u201c (GR) zu entwickeln und auf dem Markt einzuf\u00fchren. Das Ziel dabei ist es, diese Art der Mangelern\u00e4hrung ein f\u00fcr allemal zu besiegen, indem das Grundnahrungsmittel Reis durch biotechnologische Verfahren mit erh\u00f6hten Mengen von Beta-Carotin (das dann vom K\u00f6rper in Vitamin A umgewandelt wird) versehen wird (Nash 2000). Aufgrund verschiedener Ursachen, unter anderen technische Herausforderungen, rechtliche H\u00fcrden und \u00f6ffentlicher Widerstand, hat GR seinen Weg aber (noch?) nicht in die Felder der B\u00e4uerinnen und Bauern in den betroffenen Regionen gefunden (Philpott 2016). Kritiker haben zu Recht auch darauf hingewiesen, dass durch die alleinige Erh\u00f6hung der Menge an Beta-Carotin in Reis das Problem VAM nicht gel\u00f6st werden kann. Vitamin A ist ein fettl\u00f6slicher N\u00e4hrstoff und kann deshalb vom K\u00f6rper nur in Verbindung mit einem Fettlieferant aufgenommen werden (TNNS 2014). Allerdings mangelt es den vorherrschenden Ern\u00e4hrungsweisen in den von VAM betroffenen Gebieten oft auch an anderen N\u00e4hrstoffen und Fett ist einer davon. Dies ist ein Faktor, der die Aufnahme vermindern kann (Nestle 2011).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotz all dieser Bem\u00fchungen und verschiedenen Strategien ist VAM immer noch ein Problem in Tansania. Ein betr\u00e4chtliches zudem: Ein Drittel der Kinder im Alter von 6 bis 59 Monaten und ein Drittel der Frauen von 15 bis 49 Jahren in Tansania litten im Jahr 2014 immer noch an VAM (UNICEF). VAM ist nicht nur die \u201eHauptursache von vermeidbaren Erblindungen von Kindern im globalen S\u00fcden\u201c (Mullins 2011), sondern ist auch verantwortlich f\u00fcr ein \u201eerh\u00f6htes Krankheits- und Todesrisiko durch schwere Infektionen wie Durchfall und Masern\u201c (WHO). Diese anhaltende Rate an VAM offenbart die <a href=\"http:\/\/www.nlo.at\/stage\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/th.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-7301 size-medium\" src=\"http:\/\/www.nlo.at\/stage\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/th-300x200.jpg\" alt=\"th\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.nlo.at\/stage\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/th.jpg 300w, https:\/\/www.nlo.at\/stage\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/th-272x182.jpg 272w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>zumindest teilweise Unwirksamkeit der bisher ergriffenen Massnahmen: W\u00e4hrend VAS im Sinne eines weitmaschigen Netzes bestimmte Personengruppen nicht erreicht, steht GR immer noch rechtlichen und technischen H\u00fcrden gegen\u00fcber und wird deshalb in naher Zukunft nicht als tragf\u00e4hige L\u00f6sung verf\u00fcgbar sein. Aufgrund des Fehlens einer derzeit verf\u00fcgbaren und umfassenden L\u00f6sung, ist es deshalb wichtig, das Problem anders anzupacken, und zwar an den Wurzeln: Vitamin A ist in vielen Wurzelgem\u00fcsen und anderen Gem\u00fcsesorten enthalten, die auch in Tansania erh\u00e4ltlich sind. Vorallem solche, die orange und dunkelgr\u00fcn sind, verf\u00fcgen \u00fcber hohe Mengen an Vitamin A: S\u00fcsskartoffeln, Karotten, K\u00fcrbis, Mangos, Gr\u00fcnkohl und Spinat sind nur ein paar Beispiele auf dem Spektrum von Lebensmitteln, die reich an Vitamin A sind (NIH). Wenn diese regelm\u00e4ssig und in Kombination mit einer Fettquelle \u2013 zum Beispiel ein paar Tropfen \u00d6l oder ein St\u00fcck Avocado \u2013 verzehrt werden, kann eine ausreichende Vitamin A-Versorgung des K\u00f6rpers unterst\u00fctzt werden, w\u00e4hrend die Erblindung von Kindern vermieden und Kindersterblichkeit reduziert werden kann (WHO). Zahlreiche tierische Produkte sind ebenfalls exzellente Vitamin A-Lieferanten (NIH). Da sie aber f\u00fcr von VAM betroffene Personen oft nicht erschwinglich sind, k\u00f6nnen sie nicht Teil einer weitreichenden L\u00f6sung sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es hat Anstrengungen gegeben, unter der breiten \u00d6ffentlichkeit und unter Arbeitenden im Gesundheitswesen das Wissen \u00fcber VAM zu vertiefen (vergleiche zum Beispiel Kidala et al. 2000). Diese Strategie muss allerdings von der Bereitstellung von <a href=\"http:\/\/www.nlo.at\/stage\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/th2.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-7303 alignleft\" src=\"http:\/\/www.nlo.at\/stage\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/th2.jpg\" alt=\"th2\" width=\"299\" height=\"239\" \/><\/a>Mitigationsinstrumenten begleitet werden, sodass die Betroffenen die Z\u00fcgel selbst in die Hand nehmen k\u00f6nnen: Es sollte an die Eigeninitiative der Leute appelliert werden und das Pflanzen von Gem\u00fcse und Fr\u00fcchten im eigenen Garten gef\u00f6rdert werden. Dies kann eine fundamentale Vitamin A Quelle darstellen. Vorteile von selbstgezogenen Alternativen, die die Supplementations-Kampagnen erg\u00e4nzen, sind vielseitig: Die Selbstversorgung hat eine gr\u00f6ssere Reichweite als die traditionelle VAS, die nur auf Kinder und Frauen in einem bestimmten Alter abzielt. Sie kann zudem den generellen Fr\u00fcchte- und Gem\u00fcseverzehr steigern und diversifizieren und somit einen Beitrag zu einer ausgeglichenen Ern\u00e4hrung darstellen. Und sie stellt die regelm\u00e4ssige Versorgung mit pflanzlichen Lebensmitteln zu relativ niedrigen Kosten sicher. SAT nimmt hierbei die Rolle des Ausbildners ein, der Kleinb\u00e4uerinnen und \u2013bauern mit Wissen und Unterst\u00fctzung in biologischen Anbaumethoden zur Produktion von Vitamin A-reichen Lebensmitteln zur Seite steht und mit ihnen etwaige Herausforderungen \u00fcberwindet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die St\u00e4rke dieses Ansatzes liegt in seinem ganzheitlichen Fokus und in seinen direkten und nachh<a href=\"http:\/\/www.nlo.at\/stage\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/th1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-7302 alignright\" src=\"http:\/\/www.nlo.at\/stage\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/th1.jpg\" alt=\"th1\" width=\"233\" height=\"154\" \/><\/a>altigen Auswirkungen. Er packt nicht nur VAM an den Wurzeln, sondern verbessert auch die Ern\u00e4hrungssicherheit und leistet einen Beitrag zu einer ausgeglichenen Ern\u00e4hrung von Kleinb\u00e4uerinnen und -bauern. Zudem kann dadurch sogar eine zus\u00e4tzliche Einkommensquelle geschaffen werden. Anstatt also das Problem, eine aufgrund verschiedener Faktoren unausgeglichene Ern\u00e4hrung, zu isolieren und dessen Symptome, VAM, zu bek\u00e4mpfen, kann man auch an der Wurzel ansetzen. Das ist genau das, was SAT entschieden hat zu tun, indem sie Kleinb\u00e4uerinnen und \u2013bauern bef\u00e4higt, sich selbst zu helfen \u2013 und dabei mehrere Probleme auf einen Streich angeht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Artikel ist Teil einer Serie \u00fcber Ern\u00e4hrungsfragen im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit und der von SAT geleisteten Arbeit, geschrieben von Karin Augsburger, einer Volont\u00e4rin bei SAT.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Referenzen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kidala Diana et al., Five-year follow-up of a food-based vitamin A intervention in Tanzania, in: Public Health Nutrition 3 (2000), 425-431.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mullins Jolene und Laura Ehrlich, Assessment of the National Vitamin A Supplementation and De-worming Program in Tanzania. Strategies for VAS and De-worming Distribution in Tanzania. Five Year Plan, in: <a href=\"http:\/\/www.a2zproject.org\/pdf\/TanzaniaVASDAssessmentStrategicPlan.pdf\">http:\/\/www.a2zproject.org\/pdf\/TanzaniaVASDAssessmentStrategicPlan.pdf<\/a>, 08.04.2016.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nash J. Madeleine, This Rice Could Save a Million Children a Year, in: TIME. <a href=\"http:\/\/content.time.com\/time\/magazine\/article\/0,9171,997586-3,00.html\">http:\/\/content.time.com\/time\/magazine\/article\/0,9171,997586-3,00.html<\/a>, 06.04.2016.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">National Institutes of Health (NIH), Vitamin A. Fact Sheet for Health Professionals, in: <a href=\"https:\/\/ods.od.nih.gov\/factsheets\/VitaminA-HealthProfessional\/\">https:\/\/ods.od.nih.gov\/factsheets\/VitaminA-HealthProfessional\/<\/a>, 08.04.2016.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nestle Marion, Genetically engineered \u201cgolden\u201d rice unlikely to overcome vitamin A deficiency, in: Journal of THE AMERICAN DIETETIC ASSOCIATION, 101\u00b3 (2001), 289-290.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Philpott Tom, WTF Happened to Golden Rice?, <a href=\"http:\/\/www.motherjones.com\/tom-philpott\/2016\/02\/golden-rice-still-showing-promise-still-not-field-ready\">http:\/\/www.motherjones.com\/tom-philpott\/2016\/02\/golden-rice-still-showing-promise-still-not-field-ready<\/a>, 04.04.2016.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tanzania Food and Nutrition Centre (TFNC), Tanzania National Nutrition Survey 2014. Final Report, 2014.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">UNICEF, <a href=\"http:\/\/www.unicef.org\/tanzania\/nutrition.html\">http:\/\/www.unicef.org\/tanzania\/nutrition.html<\/a>, 04.04.2016.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">WHO, <a href=\"http:\/\/www.who.int\/nutrition\/topics\/vad\/en\/\">http:\/\/www.who.int\/nutrition\/topics\/vad\/en\/<\/a>, 06.04.2016.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber die Jahrzehnte wurde von vielen Akteuren schon so einiges versucht, um Vitamin A-Mangel (VAM) in Tansania zu mindern und schliesslich auszumerzen. Erste Bem\u00fchungen wurden im Jahr 1987 unternommen, als Kindern in medizinischer Versorgung, die unter durch VAM bedingten Krankheiten litten, Vitaminzus\u00e4tze dieses N\u00e4hrstoffes verabreicht wurde (Masanja et al. 2006). 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