07
Jun

Bäuerinnen- & Hirten-Zusammenarbeit (FPC) Mvomero

In den letzten Jahrzehnten verursachten Konflikte zwischen Hirten und Bäuerinnen in vielen Teilen Tansanias Gewalt, Eigentumsverlust und die Vertreibung von Menschen, die bisweilen auch verletzt oder gar getötet wurden. Diese Konflikte werden durch das Schrumpfen von Weideflächen verstärkt, die durch menschliche Bevölkerung und den Bedarf an Anbauflächen für die Landwirtschaft unter Druck stehen. The Antwort der Regierung wird von vielen Beteiligten als ungenügend betrachtet und hat die Differenzen sogar verstärkt, anstatt die Gruppen zusammenzubringen. Konflikte können das Fundament von Innovation sein. Das ist der Ausgangspunkt, von dem aus Agroökologie ihre Stärken auf vielfältige Weise entwickeln kann. In Kreisläufen zu denken, zahlreiche bereits existierende nachwachsende Rohstoffe zu erhalten, fußt auf Zusammenarbeit anstatt Trennung.

Unterstützt von Biovision und dem Liechtensteiner Entwicklungsdienst (LED) hat die FPC zum Ziel, durch agroökologische Praktiken nachhaltige Lebensgrundlagen für Bäuerinnen und Hirten in Tansania zu fördern, indem eine Lösung erarbeitet wird, mit der beide Parteien eine lokale Kreislaufwirtschaft aufbauen, die alle bevorteilt und Konflikte deutlich reduziert. Der FPC-Projektzweck besteht darin, dass Agroökologie in den Regionen Mvomero und Morogoro für Bäuerinnen und Hirten jeweilige Vorteile bietet, die in größerem Einkommen, ausgeglichenerer Ernährung, verringerten Konflikten und größerer Widerstandsfähigkeit gegenüber Klima und Wetter bestehen. Insgesamt werden 2850 Bäuerinnen und Hirten von dem Projekt profitieren.

Weitere Leistungen in den Jahren 2017 und 2018

Im Jahr 2017 erhielten mehr als 1187 Bäuerinnen und Hirten Training in biologischem Anbau, in nachhaltiger Viehwirtschaft, und in Unternehmensführung unterrichtet.

Die Tätigkeiten, mit denen das Projekt seine Ziele erreichen wird, beinhalten das Unterrichten agroökologischer Konzepte, darunter Training von biologischen Anbaumethoden und die Zertifizierung von Bio-Bäuerinnen und Bauern unter dem „Tanzania Organic Agriculture Movement“ (TOAM), wodurch Bäuerinnen und Bauern zertifizierte Produkte auf den Markt bringen können. Solche Trainings werden mit Hilfe zur Selbsthilfe kombiniert, sodass sie Kenntnisse in Führung, Marketing und Finanzen erhalten. Ein besonderer Fokus liegt hierbei darauf, Frauen zu unterstützen, die insbesondere in Hirtengemeinschaften geringe Freiheiten zum Erwirtschaften von Einkommen genießen. 

Neben dem Training werden Bäuerinnen und Hirten auch von einem Maschinenring profitieren, der solche Dienste wie das Pflügen durch einen Traktor von SAT, Maisschälmaschinen und den Transport von Ernte und Dünger durch Anhänger leistet. Die Ernte der Bäuerinnen wird zum nahegelegenen Bäuerinnen-Trainingscenter (Farmer Training Center, FTC) gebracht. Dort werden Erzeugnisse wie Sonnenblumen, Sorghum und Mais verarbeitet und zu gutem Preis auf dem Markt angeboten. Die Rückstände der Nahrungsmittelverarbeitung wie Sonnenblumenkerne können als Tierfutter verwendet und den Hirten überlassen werden. Im Austausch für das Futter werden die Bäuerinnen Zugang zu Dünger von den Hirten erhalten. Dadurch wird eine gegenseitig vorteilhafte Kreislaufwirtschaft aufgebaut. 

Der Austausch von Dünger für Tierfutter stärkt die Vorteile für alle Parteien. Gedüngte Felder ermöglichen größere Produktion, was wiederum mehr Tierfutter bedeutet. Das Futter kann die Milchproduktion erhöhen, was mit neu eingeführten oder gezüchteten Tierrassen einhergeht. Lukrative Milchwirtschaft kann die Herden verringern und das Konfliktpotenzial senken.

Innerhalb der drei Jahre des Projekts von 2017-2019 werden insgesamt 1435 Frauen und 1415 Männer von den Tätigkeiten begünstigt, darunter die Trockenland-Bäuerinnen, Hirten, Projektmitarbeiter und die Verantwortlichen für die Dörfer. 30.060 Menschen werden indirekt begünstigt: Die Familien der Bäuerinnen erwirtschaften ein höheres Einkommen, Mitglieder von Mikrofinanzgruppen stellen Gemeinschaftskredite und Sicherheit für ihre Familien zur Verfügung, und Bäuerinnen werden von anderen Bäuerinnen unterrichtet, die ihrerseits Kenntnisse von SAT erhalten haben.

Argumente für die Implementierung des Projekts

  • Viele Menschen weisen darauf hin, dass Agroökologie wichtig für die Nahrungsmittelproduktion in Afrika ist, aber beispielhafte Fälle mit starken Marktkomponenten sind selten.
  • Durch praktizierte lokale Kreislaufwirtschaft können Hirten und Bäuerinnen voneinander profitieren.
  • Agroökologische Praktiken können die Wertschöpfungskette positiv beeinflussen, indem lokale Stärken und der Fokus auf die Möglichkeiten am nationalen Markt kombiniert werden.
  • Morogoro ist eine Konfliktregion, in der Hirten und Bäuerinnen um Land streiten

Es ist ein sozialunternehmerisches Projekt mit starkem Modellcharakter, um ein bestehendes gesellschaftliches Problem zu lösen, das allein im Jahr 2015 etwa 50 Menschen durch Kämpfe zwischen Hirten und Bäuerinnen das Leben kostete.

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