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Jul

2017 WPRD Forschungsserie: Ausgabe #1 zum Thema Bodenfruchtbarkeit

Die diesjährige Forschungsserie präsentiert die aktuellen WPRD Projekte, welche in Zusammenarbeit zwischen SAT und der Sokoine University of Agriculture (SUA) durchgeführt werden. Diese erste Ausgabe stellt vier Forschungsarbeiten vor, die sich mit dem Thema der Bodenfruchtbarkeit auseinandersetzen. Momentan sind die Studierenden damit beschäftigt Daten zu erheben und auszuwerten. Bald werden die ersten Resultate vorliegen – wir sind gespannt und halten Sie auf dem Laufenden!

Hankungwe Zaward: Effekt von Dünger auf Pflanzennährstoffe und Maisertrag in Mkuyuni, Morogoro

Die Ausbeutung von Bodennährstoffen ist eine grosse Herausforderung und direkt verbunden mit Ernährungsunsicherheit in Tansania. Ursachen können natürliche wie auch durch den Menschen verursachte Prozesse sein. Beispiele sind der kontinuierliche Abbau von Nährstoffen durch Ernte ohne Wiederzufuhr und Bodenerosion. Das Ziel dieser Studie ist es daher, die optimale Anwendung von organischem Dünger zu eruieren, um die Bodenfruchtbarkeit und damit den Maisertrag zu erhöhen. Dafür wurde der Effekt von Hof- und Geflügeldünger sowie Intercropping auf den Maisertrag untersucht. Hankungwe Zaward hat seine Feldarbeit im Dorf Mkuyuni durchgeführt. Um den Effekt von den verschiedenen Düngerbehandlungen auf den Maisertrag zu untersuchen, wurde ein Randomized Complete Block Design Experiment durchgeführt und verschiedene Wachstums- sowie Ertragsparameter gemessen, der Nährstoffgehalt verschiedener Pflanzenteile bestimmt sowie eine Bodenanalyse durchgeführt. Während dem Besuch der Bäuerinnen und Bauern im Juni anlässlich des Workshops zum Austausch der Zwischenergebnisse der Forschungsarbeiten (Foto) präsentierte Hankungwe Zaward seine Arbeit. Er schaut auf eine erfolgreiche Feld- und Laborarbeit zurück, konnte sein Experiment in Zusammenarbeit mit den Bäuerinnen und Bauern wie geplant durchführen und die Zielsetzung seiner Studie erreichen. Die grösste Herausforderung dabei war für ihn der Zugang zum Feld, aufgrund der abgeschiedenen Lage sowie seines Stundenplans an der Universität. Zudem hatte er mit Affen und Vögeln zu kämpfen, welche die Samen fressen wollten.

Kihwili Ottu: Effekt verschiedener Kombinationen von organischem Stickstoffdünger auf den Ertrag von Mangold (Beta vulgaris) in Morogoro, Tansania

In den letzten Jahren stieg in Tansania die Nachfrage für blattartiges Gemüse stark an. Die Produktion ist jedoch begrenzt durch, nebst anderen Faktoren, schlechter Bodenfruchtbarkeit. Mangold hat einen hohen Bedarf an Nährstoffen, insbesondere an Stickstoff. Deshalb hat diese Studie zum Ziel, den Effekt von verschiedenen organischen Stickstoffquellen auf die Biomasse von Mangold anhand eines Randomized Complete Block Design Experiments zu untersuchen. Als Quelle für organischen Stickstoff plante Kihwili Ottu Hofdünger, Glyricidia Pulver sowie Pflanzentee zu verwenden. Da jedoch die Keimphase der Pflanzen aufgrund der schweren Regenfälle dieses Jahres eine grosse Herausforderung war, konnte die Erhebung der Daten (Biomasse, Wachstumsparameter, Stickstoffaufnahme, Chlorophyll, Bodenbeschaffenheit) bis jetzt noch nicht durchgeführt werden. Beim Besuch des Versuchsfeldes an der Sokoine University of Agriculture (SUA) im Juni besprachen Prisca Kimaro, Programmleiterin bei SAT, und Kihwili Ottu die Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze.

 Shango Abdul: Verbesserung der Maisproduktivität durch agrarökologische Massnahmen in Mikese, Tansania

Rückläufige Maiserträge sind ein grosses Problem für Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Mikese. Dies hat zur Folge, dass die Ernährungssicherheit zunehmend in Gefahr gerät und das Einkommen der Familien oft nicht ausreicht. Deshalb hat die Studie von Shango Abdul zum Ziel, die Hauptursachen der tiefen Maisproduktivität anhand von Fragebogen und Bodenanalysen zu eruieren und den Effekt von verschiedenen Faktoren auf die Maisproduktivität anhand eines Randomized Complete Block Design Experimentes zu untersuchen. Zudem erstellt Shango Abdul eine Kosten-Nutzen-Analyse der Maisproduktion. Die Umfrage sowie die Bodenproben für die spätere Analyse im Labor führte Shango Abdul im Dorf Mikese durch. Sie sollen Aufschluss über die Praktiken der Bäuerinnen und Bauern sowie die Bodenfruchtbarkeit ihrer Felder geben. Die ersten Resultate liegen vor und zeigen, dass der Boden in Mikese sehr Nährstoffarm ist und daher grosser Bedarf an verbessertem Bodenmanagement besteht. Das Feldexperiment, welches an der Sokoine University of Agriculture (SUA) in Morogoro durchgeführt wurde, untersuchte drei verschiedene Faktoren: Unterschied zwischen lokalem und «improved» Maiskultivar, Nährstoffzufuhr aus Stallmist, Kompost und Intercropping mit Augenbohne sowie verschiedene Jätzeitpunkte.
Beim Besuch durch die Bäuerinnen und Bauern im Juni präsentierten Shango Abdul und sein Betreuer Dr. Ramadhani Majubwa ihr Experiment (Foto). Bald schon wird Shango Abdul mit der Ernte beginnen und die Datenerhebung abschliessen. Shango Abdul empfand die Zusammenarbeit mit den Bäuerinnen und Bauern als eine grosse Bereicherung für sein Projekt und er ist dankbar für die erfolgreiche Zusammenarbeit während den verschiedenen Projektphasen.

Someke Buhwahwa: Entwicklung von Strategien für nachhaltiges Management der Bodenfruchtbarkeit in Mkuyuni, Morogoro

Auch die Studie von Someke Buhwahwa hatte zum Ziel der Frage bezüglich der tiefen Bodenfruchtbarkeit, welche vielerorts in Tansania ein grosses Problem darstellt, nachzugehen. Das Ziel dieser Studie war es, Strategien für nachhaltiges Management der Bodenfruchtbarkeit auszuarbeiten. Dazu wurden verschiedene Herausforderungen im Zusammenhang mit der Bodenfruchtbarkeit anhand von Fokusgruppendiskussionen sowie partizipativer Erhebung des Nährstoffstatus der Felder der Bäuerinnen und Bauern untersucht. Zudem evaluierte Someke Buhwahwa verschiedene Nährstoff-Management-Strategien.
In einem nächsten Schritt werden die Resultate mit den Bäuerinnen und Bauern diskutiert, um die am besten geeigneten Strategien zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit zu evaluieren. Ein erster Austausch zwischen den Bäuerinnen und Bauern sowie den Forscherinnen und Forschern fand bereits im Juni statt.

Die Studentinnen und Studenten der Sokoine University of Agriculture sind momentan im Endspurt und die ersten fertigen Arbeiten treffen ein. Wir freuen uns schon jetzt, Ihnen in der nächsten Ausgabe des Newsletters weitere Forschungsarbeiten vorzustellen.

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