28
Jan

Von Reis und Menschen – wenn biologische Landwirtschaft Herausforderungen in Möglichkeiten umwandelt

Die Erfolgsgeschichte von Mama Bahati und Alfons Patrick

 

Alfons & Mama Bahati 3Wer dieser Tage durch das Dorf Konga geht, wird sich darüber wundern, alle Häuser verlassen vorzufinden. Die Vögel sind es, welche die Bauernfamilien aus ihren Häusern vertreiben. Wie aber kommt es dazu? Es ist die Zeit, in der die Reisfelder heranreifen und von Vogelschwärmen heimgesucht werden, die sich auf die nahrhaften Samen stürzen. „Wir haben alles versucht, aber wenn wir unsere Felder nicht bewachen, bleibt nichts zur Ernte übrig“, erklärt Alfons Patrick, ein erfahrener Landwirt aus Konga. Er und Bahati Idi, zwei der wichtigsten Reisproduzenten von SAT, sitzen im Schatten eines Bananenbaums neben den Reisfeldern und werfen von Zeit zu Zeit Steine ins Gebüsch, um die Vögel zu verscheuchen. Doch obwohl die Vögel nicht die einzige Herausforderung des Reisanbaus in Konga sind, lassen sich Leute wie Alfons und Bahati nicht so schnell entmutigen, wenn es darum geht, neue Chancen anzupacken.
SAT kam vor einigen Monaten nach Konga, einem Dorf im Flachland eine knappe halbe Stunde ausserhalb der Stadt Morogoro, um den Bäuerinnen und Bauern Ausbildungskurse in biologischem Gemüse- und Reisanbau anzubieten. Bereits zuvor besuchten die Bauernfamilien allgemeine SAT-Trainings im Rahmen des von Swisscontact finanzierten Skills Development for the Agriculture Sector (SDAS) Projekts. Sie hatten beschlossen, die Bauerngruppe Tushikamane zu gründen, um sich gemeinsam weiterzubilden und das erworbene Wissen in die Praxis umzusetzen. „Wir erfuhren, wie durch Kompostierung die Bodenfruchtbarkeit erhalten werden kann. Ich wollte dies sofort ausprobieren und habe seither nie mehr synthetische Düngemittel verwendet“, sagt Alfons.

Konga

Das SAT Training gab Alfons und Bahati einen neuen Motivationsschub und sie machten sich eifrig daran, die neu gelernten Methoden auf den eigenen Feldern anzuwenden. „Unsere bisherige Art, Reis anzubauen, war nicht so ausgeklügelt und massgeschneidert. Nach der SAT Ausbildung konnten wir deshalb merkliche Ertragssteigerungen beobachten“, sagt Bahati. SAT verhalf ihnen ausserdem zu Saatgut, das besser an die lokalen Bedingungen angepasst ist. „Wir hatten ständig mit unserem alten Saatgut zu kämpfen und suchten nach Sorten, die kürzere Wachstumsperioden und einen geringeren Wasserbedarf aufweisen“, erklärt Bahati. Mit den Methoden von SAT und dem neuen Saatgut sahen sich Alfons und Bahati bestens ausgerüstet, ihre Produktion voranzubringen und einen neuen Markt zu erschliessen – den SAT Shop in Morogoro und die Ausbildungsfarm in Vianzi. „Zuvor kultivierte ich bloss Bananen und Straucherbsen und dieses Feld hier in der Nähe des Hauses lag während dreier Jahre brach. Aber nach der SAT Weiterbildung dachte ich: Das muss ich selbst ausprobieren“, sagt Alfons.

Innert vier Monaten konnten Alfons und Bahati den neuen Reis ernten und waren mit dem Resultat durchaus zufrieden. Bahati brachte es auf 250 kg Reis von bloss einer halben Acre Land. „Das ist nur der Anfang. Ich möchte das Saatgut, das wir von SAT bekommen haben, auf dem ganzen Acker anpflanzen – das sind ungefähr 3.5 Acre“, sagt Bahait. Den Reisanbau auszudehnen, bringt allerdings auch neue Herausforderungen mit sich; um die Unkräuter und Vögel unter Kontrolle zu halten, werden zusätzliche Arbeitskräfte benötigt. Aber die Mitglieder von Tushikamane schauen optimistisch in die Zukunft. Sie sind sich sicher, dass sie die harte Arbeit werden bewältigen können.

Mama Bahati & Alfons 2

Alfons Patrick und Mama Bahati sind Reisbauer und Bäuerin aus Konga/Morogoro

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